Das erste Mal: Äthiopischer Honigwein

An dem Sonntag, als ich aus Debre Zeyit zurückkam, hatte ich noch mit Ketema ausgemacht. Seine Schwester wollte mir zeigen, wie man eine traditionelle Kaffeezeremonie feiert. Davor habe ich zufällig den Thomas getroffen und wir sind durch die Stadt spaziert. Er hat mir das Haus seiner Schwester gezeigt, dort gab es auch eine Kaffeezeremonie und ich habe die anwesenden Leute 3 Schwestern und ein Typ mit meinem lustigen Akzent erfreut. Ich habe herumgestresst, dass ich nicht zu spät zum Treffen mit Ketema kommen darf, aber Thomas war tiefenentspannt und hat mir dann auf dem Weg zu Ketema noch einen traditionellen Honigwein Platz gezeigt. Er sagte, wir müssten unbedingt einen Honigwein kosten, wegen dem Fest des heiligen Gabriels.

Ich sagte ok und schwupps saß ich auf einer langen Bank in einem großen dunklen Raum mit einem Haufen Typen und hatte eine kleine Karaffe Honigwein in der Hand. Funfact: den kann man nicht im Geschäft kaufen, sondern das Gebräu wird in Heimmixtur angesetzt. Ich bete zu Gott, dass ich nicht fiesesten Durchfall davon bekomme und schütte das Zeug runter, damit wir endlich gehen können (wir waren schon viel zu spät). Leider ist es Tradition, dass man 3mal nachfüllt (das ist beim Kaffee das Gleiche). Na super. Also habe ich dann weitere 2mal das Zeug runtergeschüttet und zum Aufbruch gedrängt.

Celebration St. Gabriel Debre Zeyit

Schon ordentlich beduselt treffen wir uns mit Ketema, sein bester Kumpel Sami (der lernt auch Deutsch) war auch dabei. Hier erfahre ich, dass es keine Kaffeezeremonie gibt, sonden „nur“ Essen mit seiner Familie. Das hat mich gefreut, denn ich brauchte dringend eine Basis für all den fiesen Wein. Auch hier das gleiche Bild, Couchen und Sessel um den Couchtisch angeordnet und in der Ecke ein laufender Fernseher, diesmal nicht mit einem Cheesy Äthopischen Film, sondern mit äthiopischer Opernmusik. Das Essen war hervorragend. Ketamas Mama saß auf dem Boden, weil wir so viele waren, gab es nicht genug Platz für alle. Eine Hausangestellte (mein Kollege hat auch eine und zahlt gute 10 EUR pro Monat für sie) hat uns bedient und reichte uns Wasser zum Händewaschen. Danach sind wir noch in Piazza zum traditionellen Equista Däncen gegangen. Das tanzt hier jeder und jeder Tribe, jede Stadt scheint andere Moves drauf zu haben. Ich weigere mich mit  standhaft auf die Bühne zu gehen und vorzutanzen.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *