Fundraising Zeremonie in Debre Libanos

Heute sind wir in Debre Libanos. Great Ethiopian Run ist sehr aktiv beim Fundraising. Dieses Jahr bzw. beim Great Ethiopian Run 2014 sind 1.3 Mio Birr zusammengekommen. Zusammen mit der UN werden diese Geldmittel in einer offiziellen Zeremonie an 4 Organisationen verteilt, die den UN-Kriterien entsprechen. Zur Übergabe der Schecks wurde Debre Libanos (ca. 2h. von Addis entfernt) ausgewählt. Eine der Organisationen, die dieses Jahr ausgewählt wurden, hat sich nämlich dort niedergelassen.
Die Organisation die wir besuchten heißt SewaSewe. Diese NGO kümmert sich um geistig behinderte, alte Menschen und Waisenkinder.
Im Jahre 2003 wurde die SewaSewe Organisation von Bahitawi Abba Kefyalew Abera gegründet, mit dem Ziel Menschen in Not zu helfen und zu schützen. Gestartet wurde mit 30 alten, 10 geistig behinderten Menschen und 10 Waisenkindern.
Mittlerweile gibt es 5 Niederlassungen und die Anzahl der Menschen, die betreut werden können, ist beachtlich:
– 120 alte Menschen
– 90 geistig behinderte Personen
– 130 Kinder
– 39 festangestellte Mitarbeiter und 64 Volunteers

Zuerst wurden wir in einem wunderbaren kleinen Raum empfangen. Er führte eine Treppe hinauf und war komplett verglast. Dh. man konnte zu allen Seiten die wunderbare Aussicht genießen. Riesengroße Felswände, die 100 Meter herabfallen. Große Adler die sich elegant durch die Lüfte schwingen, kein Laut ist zu hören, die Luft ist klar und sauber. Was für ein Gottesgeschenk dieser Ort war.

Debre Libanos Panorama

Dann kamen die geladene Presse, Fotografen und Filmleute und die Ehrengäste, die Ministerin für Frauen und Kinder Angelegenheiten und der Chef der UN Ethiopia. Zusätzlich waren noch die Gründer oder Manager der folgenden 4 ausgezeichneten Organisationen am Start.

1. Mesert Humanitarian Organization
2. Sewasewe Genet Charity and Development Organization
3. Brothers and Sisters Children Center (Gambella)
4. Benshangule Women Association

Später wurden wir dann durch die Anlage geführt. Es gibt einen Trakt für jede der drei Zielgruppen. Zuerst waren wir bei den geistig Behinderten. Sie wohnen in Mehrbettzimmern zusammen und haben eine kleine Terasse. Erschreckend fand ich, dass einige wie Hunde Ketten an den Füßen hatten. Ich frag mich, ob es zum eigenen Schutz ist oder zum Schutz der Anderen. Normalerweise werden Behinderte in den Familien gepflegt. Wenn die Familien jedoch zu arm sind oder sich nicht ausreichend kümmern können, dann sind sie auf sich selbst gestellt. Das ist glaube ich in keinem Land eine gute Idee. Körperlich Beeinträchtigte und Blinde sieht man auf den Straßen recht häufig. Sie betteln. Aber stark geistig Behinderte können diese Tätigkeit nicht ausführen und sind eine Belastung für ihre Familien. Daher ist es großartig, dass Sewasewe sich besonders diesen hilfebedürftigen Menschen angenommen hat.
Dann wurden wir in die Zimmer der Alten und der Waisenkinder geführt. Das war etwas merkwürdig. Ich hatte zwar das Gefühl, dass die Bewohner sich durchaus geehrte fühlten, ob der ganzen Aufmerksamkeit, aber dennoch ist es unangenehm, wenn ein Tross von 20 Leuten und Kameraleuten durch die Behausung stampft.
Was mich am meisten beeindruck hat war, die landwirtschaftliche Leistung. Sie haben Felder mit Trauben, mit Gemüse. Es werden Milchkühe gehalten und Milchprodukte hergestellt. Es gibt eine eigene Küche, mit mehreren Injera-Öfen. Zusätzlich verfügen sie über eine kleine Krankenstation (mehrere Ärzte arbeiten auf freiwilliger Basis mit und sorgen für das Wohlergehen der Alten und Behinderten) und eine Schule. An das vorhandene Anwesen wurden fleissig neue Gebäude angeschlossen. Das freut mich wirklich ungemein. Später haben wir noch zusammen Lunch gegessen. Es gab Injera mit viel viel Fleisch, z.B. rohes Kitfo, ein Allerlei mit Sauce und vielen Knochen, und Magen, der durch den Fleischwolf gedreht wurde. Oh mann. Ich nahm mir also Injera und Sauce aus dem Pott, der nicht so wild aussah und versuchte dies so gut es geht zu verstecken. Ständig kamen die Kellner mit Nachschlag. Da mein Teller wirklich nur sehr kläglich gefüllt war, stürzten sich die gastfreundlichen Leute auf mich ☺ Ich redete mich raus, mit meiner Food Poisoning Geschichte vor Wochen hihi. Später sind wir dann in Gruppen abgefahren. Unser Bus war der letzte, denn wir wollten noch das berühmte Kloster Debre Libanos besuchen. Wir waren nicht drinnen, sondern sind andächtig herumgeschritten. Die Pressetruppe war sehr witzig. Ich war sehr froh dass ich nicht über Glauben und so Zeug reden musste, stattdessen gab es nur ein einziges Thema: Bayern München. Das ist zwar nicht wirklich mein Fachgebiet aber zum Dummschwätzen reichte es allemale.

Mehr Informationen zu Sewasewe gibt es übrigens hier: www.Sewasewe.com. Hier gibts auch Infos zu Unterstützungsmöglichkeiten wie zB. Patenschaften oder Sponsorships. Hier die Pressemitteilung des Events.

People of Sewasewe H.E. ZenebuTadesse Minister of MoWCY and Mr. Faustin Yao Country Director of UNFPA Sewasewe Organisation Garten der Sewasewe Organisation in Debre Libanos H.E. ZenebuTadesse Minister of MoWCY at Sewasewe school in der Sewasewe Schule in Derbe Libanos Great Ethiopian Run Team in Debre Libanos

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