Horse Back Riding in den Bale Mountains

Ich war die letzten 4 Tage im Nord-Westen der Bale Mountains beim Trekking, oder genauer beim Reiten. Ich schlief zwei Nächte in den Camps Wahoro und Angufu. Diese Camps (5 sind es insgesamt) sind ein Projekt der GIZ und haben zum Ziel mit Hilfe des Öko-Tourismus die Waldabholzung zu bekämpfen.

Das Ethio-deutsche Öko-Tourismus Projekt wurde durch das IFMP (Integrated Forest Management Project Adaba Dodola) entwickelt.

Im Nord Westen der Bale Mountains wurden 5 einfache Touristen-Hütten errichtet, um die Überbleibsel des agro-alpinen Waldes zu erhalten. Das Projekt zielt darauf ab weitere Einnahmequellen für die Holzfäller zu generieren.
Tourismus ist nicht immer geeignet das Leben der ansässigen Bevölkerung positiv zu beeinflussen, weil die Einnahmen oft an ihnen vorbei in ausländische Hände fließen. Bei diesem Projekt wird allerdings die Bevölkerung gezielt miteinbezogen, um negative Umwelt- und sozio-kulturelle Auswirkungen zu vermeiden und um die Bevölkerung aus Selbstinteresse dazu zu bringen die Waldflächen zu schützen und zu erhalten.
Äthiopiens Wälder schwinden nämlich dahin. Früher war das Land von 40% Waldfläche überzogen, mittlerweile sind es nur noch 3%. Der Waldbereich von Dodola-Adaba ist eines der letzten ursprünglichen agro-alpinen Waldgebiete im Land. Gründe hierfür sind, die gesteigerte Nachfrage nach Farmflächen und die Abholzung von Timber und Feuerholz.
Bei der Errichtung der 5 Camps wurden durch die Dorfverwaltung Beauftragte für die Camps ausgewählt. Diesen gehört die Camp Einrichtung und sie zahlen eine Pacht an die Gemeinschaft. Die Initiatoren des Projektes sind keine Touristenorganisation, sondern agieren lediglich als Assistenten. Guides, Campbeauftragte, Horse Handler und Assistenten werden direkt von den Touristen bezahlt.
Das Erlebnis war wirklich cool. Leider hatte ich mit dem Reiten so meine Probleme. Am ersten Tag hat der Horse Handler den Sattel nicht fest genug geschnallt. Das führte dazu dass ich samt Sattel von dem Pferd gerutscht bin. Mein Guide Abdi ritt hinter mir und dann über mich drüber, mein Fuß hin noch im Steigbügel. Gottseidank ist außer einem Schock und ein paar Abschürfungen nichts weiter passiert. Aber mit einem solchen Trauma reitet es sich leider nicht so gut. Der Boden ist sehr steinig und felsig und jedes mal beim hinarbeiten, hatte ich Angst, dass das Pferd fies ausrutschen könnte (das tat es ein paar Male tatsächlich) oder dass ich wieder herunterfallen würde. Mühsam. Am letzten Tag hatte ich ein sehr dynamisches Pferd, dass die ganze Zeit traben wollte. Sogar bergab. Das mag ja grundsätzlich ganz schön sein, allerdings tat mir nach 3 Tagen wirklich ALLES weh und jeder Schritt des Pferdes sorgte für wirkliche Schmerzen. Abdi, der hinter mir ritt hat das Pferd ab und zu von hinten beruhigt. Ich war irgendwann so genervt, da der Horse-Handler dieses Viech nicht im Griff hatte und beschloss, das abzubrechen und zu laufen. Als dann schließlich das Bajac (in Dodola sagen sie Tuktuk) gesehen hab, dass uns wieder zurück in die Zivilisation bringen sollte, war ich einfach nur erleichtert.

Davon abgesehen, hier ein paar Dinge, die ich beim nächsten Trip besser planen muss:
Essen: Ich hatte zwar Nudeln und Reis und Tomatensauce gekauft- das Essen war lecker. Aber das nächste Mal werde ich noch Tütensuppen, Kaffee und Tee mitnehmen. Zum Frühstück und Lunch gab es Brot mit Honig. Da ich nicht so ein Honigfan bin, werde ich das nächste Mal, Avocados und Tomaten einpacken. Das macht wenigstens zum Lunch mehr Spaß.
Ausrüstung: Ich hatte nur meine Vagabond Sneaker dabei, nicht so geil. Ab und zu Muss man die sehr steilen Stellen nämlich absteigen und laufen. Auf dem felsigen Boden bin ich dutzende Male ausgerutscht und umgeknickt. In den Hütten gibt es keinen Strom.
Das nächste Mal nehme ich eine Taschenlampe mit. Oder noch besser eine Stirnlampe. Auf die Toilette gehen mit dem Handy in der Hand und darauf aufpassen, dass man den Pott trifft und nicht mit Spinnen in Berührung kommt, ist echt für Fortgeschrittene. Ich hielt das Handy tatsächlich mit den Zähnen fest, weil ich es nicht auf dem Boden ablegen wollte. Sobald die Sonne weg ist wird es super kalt. Die Hütten sind auf über 3000m Höhe und ich habe wirklich gefroren. Wenn mir Sarah nicht ihre Jacke mitgegeben hätte, hätte ich sicherlich die Nacht nicht überstanden (oder nur sehr sehr kläglich).

Preise:
Guide: 300 Birr pro Tag
Unterkunft: 100 Girr pro Tag
Horse-Handler + 2 Pferde: 240 Birr pro Tag
Bajac für An und Abfahrt: jeweils 200 Birr

Man sollte auf jeden Fall genug Geld mitnehmen. In Dodola gibt es ein ATM, allerdings war der als ich dort war außer Betrieb. Als ich Dollar wechseln wollte, wurde ich von 3 Bankmitarbeitern angestarrt und freundlich angelächelt, das Wechseln hat leider nicht geklappt. Die 3 Jungs waren nämlich die Geldzähler und der beauftragte Wechsler (whatever that is) war nicht aufzufinden. Ich bin dann schließlich entnervt gegangen und hab meinen Guide nach dem Trip bezahlt (da funktionierte alles wieder). Die Unterkunft und den  Horsehandler muss man allerdings immer am gleichen Tag bezahlen.

Wie kommt man hin?
Ich bin direkt von Addis nach Kaliti gefahren, hab da den Bus (ca. 93 Birr) nach Shashemene genommen. Dort bin ich dann in den Minibus nach Dodola (30 Birr) umgestiegen.
Auf der Rückfahrt bin ich dann von Dodola nach Shashemene gefahren. Dodola ist nicht wirklich schön und ich habe von Divy, die ebenfalls zum Trekking da war, gehört, dass das Bale Mountain Hotel echt nicht gut wäre. Daher bin ich dann ins Rift Valley Tourist Hotel in Shashemene gefahren und hab da für 100 Birr für eine Nacht gepennt. Ich wünschte ich hätte was gegen die Mücken dabei gehabt. Die haben mich ziemlich zerstochen.
Auf der Rückfahrt Richtung Addis saß ich ganz vorne (hab mir mit einem Opa den Sitz geteilt) und war wirklich happy so viel zu sehen. In den Bussen in Äthiopien machen die meisten Leute die Vorhänge zu, damit es nicht so heiß wird. Daher sieht man nicht so viel. Ich habe gottseidank dieses Mal Dutzende Tiere gesehen, die gemächlich über die Straße trotteten. Ein Eselpaar lief während der Begattung über die Straße. Bzw. das Weibchen lief über die Straße und das Männchen, auf ihr hängend, trippelte mit den Hinterbeinen hinterher. Ein Bild für Götter. Ich habe mich gewundert, warum alle Autofahrer selbst für Hühner brav bremsen. Divy, die ich beim Trekking kennengelernt habe (eine sehr coole Fotografin aus Hongkong, die schon die ganze Welt gesehen hat), erzählte mir, dass der Fahrer, sollte er ein weibliches Tier überfahren, den Wert des Tieres incl. die potentiellen 4 nächsten Generationen begleichen muss. Das kann also echt sauteuer werden.

Ich habe wahnsinnig schöne Vögel gesehen. Z.B. einen Vogel, von der Größe eines Stars, mit fast neon-türkisen Federn. Oder einen großen schwarzen Laufvogel oder einen Weißkopfseeadler in einem Baum. Wir sind an vielen Farmen vorbeigefahren. Auf den meisten wird gearbeitet wie vor 100 Jahren. Ohne jegliche Maschinen. Einige Farmen sehen aber modern aus, mit Plastikdächern und Drainagesystemen.

Als ich zurück in Addis war, wünschte ich mir nur schnell eine warme Dusche. In Dodola habe ich 3 Tage gar nicht geduscht. Kalt und mit Spinnen? Hell NO! Wobei man gegen Extra Bezahlung warmes Wasser zur Verfügung hätte. Aber die Spinnen… In Shashemene war die versprochene warme Dusche leider kalt. Ich habe mich dann im Taitu mit Sarah und Berta getroffen und wir hatten noch einen wunderbaren Abend mit einem Haufen anderer Touristen. Ich habe das erste Mal einen Fischgulasch gegessen und bin jetzt angefixt davon. Sorry Shiro, ich habe ein neues Lieblingsessen.

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