Hotsprings in Sodere

Letzte Woche waren wir in Adams bzw. bei den Hotsprings in Sodere. Ich habe am Abend Brian im Hotel getroffen und er fragte mich, ob ich mitkommen möchte. Treffpunkt halb sieben beim Gate. Ich habe spontan zugesagt. Bei der Arbeit hatten sie alle Verständnis. Mein Chef sagte: “You are not busy right now anyway”. Ja da hat er absolut recht.

Am nächsten Tag standen wir zu 10 vor dem Gate. Banchi hat einen Bus mit Fahrer organisiert und los ging die Fahrt. Wir haben total viel geschwatzt und es war wirklich ne sehr gute Fahrt. Wolfgang aus Wien und Joseph aus Schweden haben einige Jahre in Kenia verbracht und Geschichten erzählt. Was man dort so isst, was man statt Eshi (ok) auf Amharisch sagt und so weiter und so fort. Joseph erzählte von einem Dorf in der Nähe von Mombasa, in dem nach den Anschlägen eine Ausgangssperre verhängt wurde. Er erzählte, dass er Abends dann auf der Terrasse seines Hauses saß und sich langweilte. G

Frederik, ein Typ aus Belgien hat längere Zeit in Burkina Faso gelebt und erzählt, wie Frauen dort unterdrückt werden und ständig auf der Straße belästigt werden. Im Vergleich zu Burkina Faso wäre Addis ein Paradies.

Ich saß neben Simon, einem Typ aus Bonn, der seine Master Thesis über die TruckStop Economy der Afar Region in Richtung Djibouti schreiben möchte. Das Gespräch war das Interessanteste des Tages. Simon ist sehr reflektiert über seine zukünftigen Jobaussichten. Er wird als Leader und Decision Maker ausgebildet, hält aber gar nicht so viel von NGOs. Ganz eloquent erzählte er mir wie NGOs aus Effizienzgründen, kleine Farmen massenweise zusammenkaufen, um durch Skaleneffekte und Einsatz von besseren Produktionsmitteln die Erträge zu steigern. Mein Einwand: “Ist doch gut”. Allerdings ist das Resultat der Effizienzsteigerung eine erhöhte Arbeitslosigkeit mit allen dazugehörigen negativen Folgen. Oder er erzählte von der begeisterten, leider einseitigen Förderung von bestimmten Pflanzen, eigentlich um den Hunger zu bekämpfen. Diese Monokulturen werden aber hauptsächlich zum Export angebaut. Er erklärte mir dass die GIZ dem Wirtschaftsministerium unterliegt und folglich nicht wirklich Entwicklung sondern Profit anstrebt.

In Adama angekommen stürzten wir uns hungrig auf das Frühstück. Es gab Tibs. Das sind traditionell zubereitete, gegrillte Rindfleischstücke. Dazu wird eine scharfe Sauce gereicht, die mit Limettensaft betreufelt sehr sehr köstlich ist. Gegrilltes zum Frühstück ist für mich gewöhnungsbedürftig, aber macht bezogen auf die Stärkung ne Menge Sinn. Dann ging es weiter nach Sodere zu den heißen Quellen.

Zuerst vergnügten wir uns im Pool. Überraschung, das Wasser hatte Badewasser Temperatur. Ich habe es kreislauftechnisch nicht allzu lange ausgehalten. Außerdem hatte ich Bedenken wegen der Bakterien, obwohl Banchi versicherte, dass das Wasser gerade am Vortag gewechselt worden wäre. Um den Pool herum spielten kleine Äffchen und versuchten Bananen von den Besuchern zu klauen. Die meisten Badegäste hielten sic him abgetrennten Nichtschwimmerbecken auf. Der Rest zeigte sein Können am 3-Meter Brett.

Später sind wir dann zu den Hotsprings gefahren. Überraschung, der Name ist tatsächlich Programm. Das Wasser ist so heiß, dass man es am Anfang gar nicht aushält. Ich habe mir einen chilligen Whirlpool vorgestellt, aber nix da. Das Wasser ist etwa knietief. Aus 3 Duschen wird das Wasser gespendet. Frauen und Männer sind getrennt. Im Frauenbereich waren ein Haufen nakter Frauen damit beschäftigt, sich die Haare zu waschen oder zu kämmen oder ihre Haut zu peelen. Wir ließen uns das heiße Wasser über den Rücken laufen. Der starke Strahl massiert die Muskeln kräftig, allerdings hält man die Hitze nicht lange aus. Danach waren wir komplett erschöpft, mein Herz klopfte und ich wollte nur noch schlafen.

Hotsprings in Sodere

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