Leben in Addis

Ich bin jetzt seit knapp 5 Tagen in Addis Abeba. Bis jetzt lief eigentlich Alles ziemlich smooth. Wie immer in einer neuen Umgebung sind meine Sinne auf Vollaufnahme gestellt und ich bin jetzt um halb acht absolut erschöpft. Obwohl ich gar nicht so viel unterwegs bin und super viele Dinge mache, bin ich echt fertig. Ich versuche zu verstehen, wie die Leute hier ticken. Außer, dass hier alle Leute echt religiös sind, stolz und hilfsbereit sind, bin ich der äthiopischen Kultur noch nicht viel näher gekommen.

Sehr oft sind die überschaubaren Englischkenntnisse auf beiden Seiten eine echte Herausforderung. Ich habe zwei Bekannte (nennen wir sie mal so: sh auch Beitrag zu Bekanntschaften) zum Bespiel gefragt, ob das Studieren in Äthiopien Geld kostet und falls ja, wie viel man bezahlen müsste. Ich habe immer noch keine Ahnung, ob dem so ist. Der eine hat die Frage einfach nicht beantwortet, evtl. weil er sie nicht verstanden hat. Der andere hat (glaube ich jedenfalls) gesagt, dass man ähnlich des deutschen Bafögs Studienbeihilfe und Unterkunft erhält. Wenn man erfolgreich fertig studiert hat müsste man diese dann zurückzahlen. Ob er für sein Theaterwissenschaftenstudium Studienbeiträge zahlen musste, beantwortete er nicht. Als ich fragte, ob ein beliebiger Student für seinen Bachelor etwas zahlen müsste, sagte er nur, dass es davon abhängt, was die Person studieren würde und um wie viele Creditpoints es sich handeln würde. Wirklich sehr schräg. Naja was solls, ist ja auch nicht so wichtig.

Addis Abeba

Auf den Straßen muss man außerdem ständig aufpassen, dass man nicht von einem Auto oder Minibus überfahren wird. Klingt einfacher als gesagt, da die Gehwege oft überfüllt sind mit Passanten, mit Bettlern, die sich auf dem Gehweg ausbreiten, von Gruppen von Jugendlichen, die rumhängen oder auch etwas verkaufen wollen. Wenn man ausweichen möchte, muss man ständig schauen, ob hinter einem oder auch vor einem ein Auto fährt, jemand ausparkt oder einen beliebigen anderen Move unternimmt. An meinem ersten Tag hatte ich zwei fast Unfälle. Aber gottseidank nix passiert.

Das Wetter gibt sein Übriges zur gefühlten Erschöpfung. Bereits am Morgen gegen 8:00 brennt die Sonne aggressiv und intensiv. Die Luft ist sehr trocken, so dass ich die Hitze noch extremer wahrnehme. Meine Lippen sind konstant trocken. In der Luft hängt Staub.

Good News bis jetzt wurde ich in Addis noch nicht beklaut. So viel ich mitbekommen habe, hat es auch noch niemand versucht. Ich befinde mich im Zentrum namens Piazza. Hier ist es tags und nachts (nachts mehr) sehr trubelig. Ich passe aber auch gut auf meine Dinge auf und laufe mit sehr wenig Birr in der Tasche rum (umgerechnet ca. 10 EUR). Dieses Wochenende möchte ich mir den Mercato anschauen. Das ist der größte Markt Afrikas und scheinbar nicht so ohne. Jeder erzählt mir, dass man sehr auf sich aufpassen müsste und nix von Wert bei mir tragen dürfte J.

 

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