Reise in den Süden Äthiopiens

Tom und ich waren jetzt fast ne Woche auf Reisen im Süden. Wir sind morgens um 6 Uhr von Addis (Kaliti) nach Hawassa aufgebrochen. In Hawassa blieben wir 2 Tage, dann sind wir weiter nach Arba Minch für 3 Tage, von dort dann wieder Richtung Norden nach Shashemene (über Soso) und dann wieder zurück nach Addis. Die Busfahrten liefen im Großen und Ganzen ganz smooth. Man sollte nur immer sicherstellen, dass man früh genug an der Bushaltestelle eintrifft. An jeder Bushaltestelle gibt es Infopoints hier kann man die Abfahrten für geplante Trips erfragen. Wenn man früh genug vor Ort ist, hat man noch die ganze Auswahl an Plätzen. Die öffentlichen Buse unterscheiden sich etwas in der Größe, aber bis jetzt waren links immer 3 Sitzreihen und rechts Zweierreihen. Klaro, dass die 2er Reihen sich am schnellsten füllen. Wenn man einen guten Platz erwischt, dann sind die Reisen eigentlich ok. Wenn man sich aber ganz nach hinten (bis zu 6 Leute quetschen sich hier) oder in einer der 3er Reihen setzen muss, hat man echt Pech gehabt. Dafür sind die Fahrten unfassbar günstig.

Addis-Hawassa ca. 80 Birr

Hawassa-Arba Minch ca. 50 Birr

Arba Minch -Sodo ca. 40 Birr

Sodo-Shashemene ca. 40 Birr

Shashemene-Addis ca. 80 Birr

Hawassa ist ein wunderbarer Ort zum Entspannen. Die Stadt ist recht hübsch und in der Nähe der Universität gibt es sogar eine Art Promenade. Die Leute sind recht entspannt und wir haben wenig “You you you und Money Money” gehört. Am See entlang gibt es einen kleinen Deich auf dem kann man entlang spazieren und sich in den unzähligen Cafes und Bars einen Drink genehmigen. Direkt am See gibt es auch wunderbaren gegrillten Fisch (Tilapia). Die Haut ist richtig knusprig und man nimmt den mit den Fingern auseinander. Der Fisch (30 Birr) wurde in intensiver Sauce mariniert und ist das Beste, was wir bis jetzt hier gegessen haben. Am See kann man eine Bootsfahrt buchen ca. 30 Dollar, um Hippos zu sehen und Vögel anzuschauen. Wir haben eine Familie von 8 Hippos gesehen und waren wirklich sehr sehr nah an denen dran. Auf der Bird Island haben wir einen bunten Storch gesehen mit rot gelben Schnabel. Echt sehr sehr cool.

In Arba Minch ist es sehr heiß, so heiß, dass es gar nicht schlimm war, dass die warme Dusche im Hotel nicht funktionierte. Wir sind am ersten Tag nach der Ankunft nach Dorze aufgebrochen. Das ist ein Dorf in den Bergen (ca. 1h von der Stadt entfernt auf 2.500m) indem Häuser noch nach alter Tradition aus Bambus gebaut werden. Die Form der Häuser ähnelt scheinbar der eines Elefanten, hab ich nicht so gesehen, aber sei es drum. Unser Guide Selam führte uns herum zeigte uns wie Kojo hergestellt wird. Kojo ist ein Brot aus den Stängeln der falschen Bananenpflanze (keine Früchte und höher im Wuchs als Bananenbäume). Die Stängel werden mit einem zerteilten Bambusholz abgerieben, dann in Bananenblättern verstaut und 3 Monate im Boden gelassen zur Fermentierung. Danach ist die Masse recht hart und riecht nach Käse. Die Frauen fügen Wasser hinzu und kneten sie wie einen Teig. Der Teig wird zu Fladenbrot geformt und auf einem Bananenblatt über dem Feuer gebacken. Sehr lecker wie ich finde. Wir haben organischen lokalen Honig und eine scharfe Chillisauce dazugegeben. Dann gab es noch 3 Schnapps für Jeden. Wir sind dann ca. 7km zu dem anderen Dorf Chencha gelaufen. Das war sehr cool. Denn die Natur und der Ausblick ist wunderschön. In Chencha war gerade Markt. Überall saßen Frauen herum und haben Gemüse und Getreide, Gewürze und Handarbeiten verkauft. Tom hat sich Chilis gekauft. Nach dem Markt trifft sich die Gemeinde im Tejhaus um Honeywine zu trinken. Es ist ziemlich voll da und die Stimmung fröhlich gelöst. Ich lasse mir von unserem Guide erklären, dass sich der Honigwein von Ort zu Ort unterscheidet. Je mehr Honig verwendet wird umso besser. Ich glaube die 2 Male in Addis habe ich ziemlichen Fusel getrunken. In Shecha haben wir den Bus wieder zurück nach Arba Minch genommen.

Am 2. Tag sind wir zu den Hotsprings aufgebrochen. Man läuft in Richtung des Nechisar Nationalparks bis zum Headquarter. Dort muss man 100 Birr Eintritt bezahlen. Wenn man den Nationalpark ansehen möchte, sollte man sich vorher unbedingt ein 4×4 Auto organisieren. Zu Fuß ist es leider nicht erlaubt. Aber zu den Hotsprings kann man spazieren. Bei dem Headquarter haben wir das Pärchen Ofri und Neta aus Israel getroffen. Sie versuchten gerade den Parkguards klar zu machen, dass sie nicht an einem Guide interessiert wären. Wir haben uns angefreundet und sind zusammen zu den Springs spaziert. Unterwegs haben wir riesige, olivfarbene Baboons angetroffen. Echt beängstigend. Aber die lokalen Kids jagen die Affen und bewerfen sie mit Steinen, daher haben sie wahrscheinlich so viel Angst vor Menschen und ließen uns komplett in Ruhe. Die Landschaft ist traumhaft. Riesengroße Laubbäume, Lianen, Kids die auf Lianen schaukeln. Ein Wahnsinn. Und schön kühl. Die 40 Springs (das heißt Arba Minch übersetzt) enttäuschten mich etwas. Wir haben ca. 3 Springs aka. Bäche gesehen und warm waren die auch nicht. Wie dem auch sei, wir haben die local Kids kennengelernt und mit den älteren etwas geschnakt. Das israelische Pärchen erklärte uns, dass hebräisch und amharisch ca. 5000 ähnliche/gleiche Worte haben. Und in der Tat sie konnten sich problemlos mit den Kindern unterhalten. Nervt mich, ich mühe mich 2 Monate ab und die reden einfach auf gut Glück drauf los. Wir waren danach noch Beyaynet essen, das ist Injera mit verschieden Gemüsehäufchen z.B. gedünsteter Spinat, Kartoffelspalten in Sauce usw. Später sind wir dann nach Downtown (Arba Minch besteht aus 2 Städten, der Upper Town Sikela und Downtown Shecha) gefahren und haben vorzügliche Pizza genossen. Am nächsten Tag sind wir um halb sechs zum Busbahnhof und sind nach Shashemene gefahren und dann nach einer Nacht Aufenthalt zurück nach Addis. Wir wären gerne noch weiter nach Jimma und Omo Valley gefahren, aber aus Zeitgründen mussten wir wieder zurück. Ich muss nämlich mein Visa noch verlängern. Als ich das erste Mal im Immigration Office war, um alles zeitnah zu regeln wurde ich wieder weggeschickt, mit den Worten ich solle Anfang März zurückkommen. Dass ich herumreisen werde und nicht in Addis bin, hat niemanden interessiert. Aber dazu in einem späteren Post.

DSC_3502 Malachit Eisvogel in Hawassa Nechisar National Park Kämpfer Tracht in Dorze Maribu in Hawassa Bunter Vogel am Lake Hawassa Lake Hawassa bei Sonnenuntergang Kojo mit Honig und Chilli Hippos im Lake Hawassa Flagge Äthiopien

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